Presse - 2012


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Presse - 2011


30.04.2011 - Sächsische Zeitung

Vor 20 Jahren rollte die letzte "Rennpappe" vom Band. Ganz verschwunden ist der DDR-Volkswagen aber noch nicht.

Trabifahren macht immer noch Spaß

Von Maik Brückner

sz_img_30042011_1.jpg Heute vor genau 20 Jahren rollte der letzte Trabant vom Band der Autobauer in Zwickau. Seit dieser Zeit hat die Zahl der Rennpappen kontinuierlich abgenommen - auch zwischen Wilsdruff und Altenberg. Allein in den letzten 10 Jahren ist die Zahl der zugelassenen Zweitakter im Gebiet des heutigen Landkreises um zwei Drittel auf aktuell 673 gesunken, wie die Statistik des Pirnaer Landratsamtes zeigt. Gegen diesen Trend ist aber offenbar die Zahl der Fans gestiegen. Trabifahren wird immer mehr zum Kult - in Berlin und Dresden können sich Touristen auf einer "Trabi-Safari" durch die Stadt begeben. (Foto: Egbert Kamprath)

Auch Ronny Beier hatte davon gehört. "Ich finde es gut. Da kann jeder der früher einen Trabi gefahren hat, dieses Gefühl noch mal genießen", sagt der heute 23-Jährige. Er besitzt selbst zwei Rennpappen und ist seit seiner frühesten Jugend ein leidenschaftlicher Liebhaber des Volksautos der DDR. Seinen ersten Zweitakter, einen 601er, Baujahr 1981, hat er als 14-Jähriger von seiner Tante zur Konfirmation geschenkt bekommen. Dieser fuhr zwar noch, doch Ronny Beier wollte daraus ein Schmuckstück machen.

Deshalb fuhr er den Trabant in die Garage und nahm ihn bis auf die Karosserie auseinander. Vier Jahre schraubte er daran herum und steckte das Geld, das er beim Zeitungsaustragen verdiente, in das Auto. Dafür wurde er von vielen ausgelacht. Doch er ließ sich nicht beirren, fand immer mehr Spaß an der Arbeit. "Ich kann alles selbst machen", sagt der Colmnitzer, der seine Leidenschaft zum Beruf machte und Kfz-Mechatroniker lernte. Nach vier Jahren konnte er sein Werk vollenden. Denn zwischenzeitlich hatte er den Führerschein erworben und konnte als 18-Jähriger auf einem Trabitreffen sein aufgemotztes Gefährt zeigen. Dass so ein junger Bursche mit so einem Auto aufkreuzt, war etwas Besonderes. Später schloss sich Ronny Beier einem Trabi-Club an - bis ihm für die Treffen die Zeit fehlte.

Inzwischen verabredet er sich mit anderen Gleichgesinnten, um gemeinsam Ausfahrten zu machen - meist im Frühling und im Herbst. Sieben bis zehn Mal pro Jahr fährt er mit diesen auch zu Trabitreffen. Urlaubsfahrten unternimmt er mit seiner Rennpappe nicht. "Da habe ich viel zu wenig Platz", sagte er und lächelt. Denn die Rückbank hat er gegen eine Musikanlage mit großen Boxen eingetauscht. Im Winter verschwindet der 601er wieder in der Garage. Dann wird sein VW, mit dem er auch zur Arbeit fährt und des er bei schlechtem Wetter nutzt, zum alleinigen fahrbaren Untersatz.

Ganz vom Trabi lassen kann er im Winter allerdings nicht. Denn das ist die Zeit der Schrauberei. Seit anderthalb Jahren steht in seiner Garage der zweite Trabi, ein 500er. Diesen baut der Colmnitzer nun auf. Doch auch hier gilt: Qualität vor Schnelligkeit. Ronny Beier möchte auch aus diesem Fahrzeug alles rausholen. Er gibt sich drei Jahre Zeit. Die Zahl der Trabis dürfte dann weiter gesunken sein.

Mit dem Trabi auf Arbeit

sz_img_30042011_2.jpg Seit 1988 fährt der Zinnwalder Otto Limberger Trabant. Seinen jetzigen Wagen hat er seit acht Jahren. Für ihn ist der Trabi ein reines Nutzfahrzeug. "Vor allem im Winter fahre ich damit jeden Tag auf Arbeit nach Börnersdorf. Da spielt es keine so große Rolle, wenn die Arbeitssachen manchmal schmutzig sind. Auch als Transportfahrzeug ist der Trabant ideal. Eine Anhängerkupplung ist dran, und ich muss mich nicht vorsehen, dass es keine Kratzer im Lack gibt. Wenn das Auto nicht mehr läuft, dient es als Ersatzteilspender für einen anderen Trabant, den ich schon in der Garge stehen habe." (Foto: Egbert Kamprath)

Mit dem Trabi groß geworden

sz_img_30042011_3.jpg Zur Frühjahrsausfahrt treffen sich an diesem Sonntagvormittag Gunnar und Torsten Geißler (v.r.) sowie die anderen Zweitakter-Freunde vom Trabant Team Freital e.V. Die grüne 601er-Limousine nennt Gunnar Geißler schon seit 1988 sein Eigen. Mehr als acht Jahre musste er damals auf diesen Trabi warten. Es ist seine zweite "Pappe". Den ersten 601er mit Baujahr 1965 hatte er vom Vater geerbt. "Meine Kinder sind mit dem Auto groß geworden", erinnert sich der 58-Järige aus Freital-Deuben. "Ob Kita, Schule oder Urlaub: Wir sind immer mit dem Trabanten gefahren, ohne eine einzige Panne." (Foto: Thorsten Eckert)

Mit dem Trabi zum Festumzug

sz_img_30042011_4.jpg Der Rabenauer Dietrich Noack hat 14 Jahre auf seinen himmelblauen Trabant gewartet. Als er ihn im September 1989 abholte, war die DDR fast schon Geschichte. Seit 1990 fährt Dietrich Noack Ford. Sein Trabi hat trotzdem überlebt. Inzwischen ist er 120.000 Kilometer gerollt und hat gerade eine frische TÜV-Plakette bekommen. Noack nimmt das Auto gern für die Fahrt zum Bäcker oder zum Baumarkt. Voriges jahr tuckerte der Wagen bei der Festparade anlässlich von 775 Jahren Rabenau mit. Hobbyhistoriker Noack schätzt den Trabi als ein Stück Vergangenheit. Ein bisschen Nostalgie ist dabei. (Foto: Thorsten Eckert)

Trabis im Landkreis zum StichtagAnzahl
31. Dezember 20011.984
31. Dezember 20021.660
31. Dezember 20031.333
31. Dezember 20041.147
31. Dezember 2005989
31. Dezember 2006878
31. Dezember 2007800
31. Dezember 2008768
31. Dezember 2009718
31. Dezember 2010685
31. März 2011673

Auf ein Wort - über den Trabi im heutigen Straßenbild

Symbol mit Geruch und Geräusch

Von Matthias Weigel

Vor 20 Jahren noch war der Trabi aus dem Straßenbild nicht wegzudenken. Doch nach der Wende verschwand das Gefährt, auf das man zu DDR-Zeiten ganze Jahrzehnte warten durfte, schnell von den Straßen. Westkarossen ersetzten die Rennpappe. Der Umwelt tat das sicher gut - und den Wunsch nach West-Standard unter den neuen Bundesbürgern Genüge.

Übrig geblieben ist vom Symbol des Ostens bei den meisten nicht viel mehr als die Erinnerung: An Geräusche und Gerüche, an Fahr-"Komfort" und Fahrspaß. Zum Glück gibt es noch ein paar Unermüdliche, die ihren Trabi hegen und pflegen und stolz durch die Gegend kutschieren - und so die Erinnerung wach halten. Auch wenn die Liebe zum Trabi heute mehr Kult ist als Ausdruck einer Kultur.

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06.04.2011 - Sächsische Zeitung

Wartburg und Trabant dürfen kein E10 tanken!

Von Andreas Rentsch

Der höhere Bioanteil im Sprit kann unbehandelte Stahlblech- und Gussteile nachhaltig schädigen. Eigentümer von Ost-Autos sollten auf keinen Fall E10 tanken, sondern Super mit nur fünfprozentigem Bioethanolanteil (E5) verwenden. Darauf weist der ADAC auf SZ-Nachfrage hin. "Wartburg und Trabant verfügen über einen einfachen, innen unbehandelten Stahlblechtank und über einen Vergaser aus Zinkdruckguss", erklärt Carsten Graf vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg am Lech. "Diese Bauteile könnten durch E10-Kraftstoff nachhaltig geschädigt werden." Gleiches treffe auch für die Kraftstoffleitung und die Dichtung des Vergasers zu. Im schlimmsten Fall könnte Kraftstoff auslaufen und sich entzünden.

Die Warnung vor dem umstrittenen Biosprit gilt im Übrigen auch für Modelle, die kurz vor und nach der Wende mit Motoren von Volkswagen aufgerüstet worden sind. Dazu zählen der Trabant 1.1 und der Wartburg 1.3. Es komme bei diesen Autos aber nicht nur auf den Motor, sondern alle Teile des Kraftstoffsystems an, so Graf. Wie beständig einzelne Teil sind, könne nur der jeweilige Fahrzeughersteller oder Zulieferer beurteilen oder bescheinigen. "In der Praxis wird es also schwer bis unmöglich sein, für alle infrage kommenden Teile eine Freigabe zu erhalten."

Verschiedene Zulieferer

Ein Beispiel: Das Wartburg-Aggregat vom Typ BM 860 wurde laut ADAC nur zum Serienbeginn im Jahre 1988 mit zum VW-Motor identischen Komponenten bestückt. Die Kraftstoffpumpe kam von der Firma Pierburg, der Vergaser von Weber. Ab etwa Anfang 1989 seien die Wartburgs dann mit Pumpen und Vergasern des VEB Berliner Vergaserwerks ausgerüstet worden, so Graf. Über die E10-Tauglichkeit all dieser Bauteile "ist nichts bekannt." Ähnlich ist die Situation beim Trabant 1.1 und dessen Motor vom Typ BM 820. Auch hier sind Kraftstoffpumpen und Vergaser von unterschiedlichen Zulieferern zum Einsatz gekommen.

Der ADAC hat sich dafür eingesetzt, dass die sogenannte Bestandsschutzsorte E5 in Deutschland weiter unbefristet erhältlich sein soll. Bislang hat das Bundesumweltministerium dies auch zugesagt.

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(Quellen: Veröffentlichungen in Presse und Medien. Achtung! Alle Angaben sind ohne Gewähr! Für Fehler und den aus deren Nutzung resultierenden Schäden übernehmen wir keine Haftung. Die kommerzielle Nutzung ist ausdrücklich untersagt.)


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