Presse - 2015


04.08.2015 - Sächsische Zeitung

Trabis und Co in Liebenau

Zum sechsten Mal fand das Ostfahrzeugtreffen statt. Zu sehen gab es viele Trabis, aber nur wenige Wartburgs.

Von Egbert Kamprath und Maik Brückner

sz_img_04082015big Liebenau. Besitzer von Trabant, Wartburg, MZ, Dacia und anderer im Verkehrsbild selten gewordener Marken aus sozialistischer Produktion gaben sich am Wochenende ein Stelldichein in Liebenau. Hier fand das sechste Ostfahrzeugtreffen des Vereins der Trabant- und Ostfahrzeugfreunde Osterzgebirge statt. Knapp 150 Fahrzeuge waren hier zu sehen. Viele Wagen waren getreu den Originalvorgaben liebevoll restauriert, andere zeigten den Ideenreichtum von Bastlern, die vor allem an der Marke Trabant ungeahnte Veränderungen vorgenommen hatten. (Bild: Peter Argleb war mit seinem Trabant aus Nürnberg zum Ostfahrzeugtreffen angereist. Erik Zeremba (li.) und Michael Bande (re.) nahmen die Bewertung vor. Foto: Egbert Kamprath)

Peter Argleb zum Beispiel war mit seinem 1.1. Trabant aus Nürnberg angereist. Unter der Haube befindet sich zwar ein Viertaktmotor, aber optisch ist der nachträglich zum Cabrio umgebaute Wagen an den 601-Vorgänger angelehnt. So sorgt der Hesse auf der Autobahn immer wieder für Erstaunen, wenn er mit seinem Trabi auf 160 Kilometer pro Stunde beschleunigt. Wie an diesem Beispiel konnte man sich von dem Treffen diesmal viele Anregungen mitnehmen.

Vereinschef Steffen Funk war nach der Veranstaltung geschafft aber zufrieden. Der Verein hat zwar mit mehr Besuchern gerechnet. Doch die Konkurrenz war stark. Denn parallel zum Ostfahrzeugtreffen in Liebenau fand auch eines in Stolpen statt. Und in Eisenach trafen sich die Wartburg-Fans zum Heimweh-Treffen. "Das war auch der Grund, weshalb es bei uns so wenige Wartburgs zum anschauen gab", erklärt der Vereinschef. Mehrere Wartburg-Fahrer haben ihn schon vorher wissen lassen, dass sie sich für Eisenach entschieden haben. Damit solche Überschneidungen im nächsten Jahr nicht wieder stattfinden, wird das Treffen wohl eine Woche eher als in diesem Jahr ausgetragen.

Eingebüßt hat der Verein trotz der rückläufigen Teilnehmerzahlen nicht. "Es hat sich gerechnet", sagt Steffen Funk. Gut gelaufen ist die Ersatzteilbörse, bei der viele gesuchte Raritäten angeboten wurden. Weitere Höhepunkte des Treffens waren die Ausfahrt zur Bäckerei Bärenhecke und das Konzert mit der Partyband Flächenbrand. Glücklicherweise fiel nur wenigen Besuchern auf, dass die geplante Orientierungsfahrt abgeblasen werden musste. "Wir haben leider zu spät erfahren, dass die Straße zwischen Falkenhain und Hirschsprung wegen Bauarbeiten voll gesperrt ist", sagt Funk. Deshalb ging die in Form einer Schnitzeljagd geplante Fahrt nicht auf. "Wir werden sie im nächsten Jahr wiederholen", kündigt der Vereinschef an. Zum Ausgleich hat der Verein wieder eine Fahrzeugbewertung vornehmen lassen. "Das kam auch gut an."

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03.08.2015 - Sächsische Zeitung

Die beliebtesten Automarken im Kreis

Der Blick in die Kfz-Statistik offenbart echte Bestseller, sterbende Arten und ein paar italienische Flitzer.

Von Sebastian Kositz und Tobias Winzer

Immer weniger Menschen, immer mehr Autos. Während die Zahl der Einwohner im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge seit Jahren kontinuierlich schrumpft, bleibt die Menge der hier zugelassenen Fahrzeuge kurioserweise stabil- und legt jedes Jahr sogar noch leicht zu. Das Auto ist eben des Deutschen liebstes Kind. Exakt 167.055 Fahrzeuge sind derzeit im Landkreis zugelassen, 137.349 davon sind Pkw. Das sind etwa 2.000 mehr als noch vor fünf Jahren. Im gesamten Landkreis kommen derzeit 674 Kraftfahrzeuge auf tausend Einwohner, 2008 waren es noch 627.

Zum Vergleich: In ganz Sachsen kommen derzeit 515 Wagen auf tausend Einwohner. Das liegt aber vor allem an den großen Städten, wo die Menschen dank guter Anbindung mit Bus und Straßenbahn weniger auf das Auto angewiesen sind. In Dresden zum Beispiel kommen 400 Fahrzeuge auf tausend Einwohner. Doch Auto ist nicht gleich Auto.

Unterschiedliche Marken konkurrieren um die Gunst der Käufer, zugleich gibt es Autoliebhaber, für die es stets etwas Besonderes sein muss. Die Sächsische Zeitung hat sich die Statistik genau angeschaut und herausgefunden, worauf die Menschen zwischen Freital, Dippoldiswalde, Pirna und Sebnitz abfahren - und worauf nicht.

Volkswagen ist die mit Abstand beliebteste Automarke

Er läuft und läuft und läuft - was einst für den Käfer galt, lässt sich für Volkswagen allgemein auch heute noch unterschreiben. Die Modelle des Autobauers aus Wolfsburg sind demzufolge auch im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge die beliebtesten. Bei etwas mehr als jedem fünften zugelassenen Wagen im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge handelt es sich um einen Volkswagen. Mit rund 27.428 Autos liegt VW damit unangefochten an der Spitze und verweist die Marken Opel (15.914 Zulassungen) und Ford (10.602 Zulassungen) auf die Plätze zwei und drei.

Im Vergleich zum Vorjahr kann VW bei der Zahl der Zulassungen um rund 400 zulegen. Opel und Ford sind hingegen etwas seltener auf den Straßen des Landkreises unterwegs.

Interessant ist indes der Vergleich mit der deutschen Zulassungsstatistik. Dort ist VW vor Opel zwar auch die klare Nummer eins - auf Platz drei steht bundesweit jedoch der Mercedes. Im Landkreis schafft es die Autoschmiede mit dem Stern mit 6.194 Zulassungen jedoch lediglich auf Platz sieben. Stattdessen vertrauen die Menschen hier vielmehr auf Skoda. In der Gesamtstatistik für die Bundesrepublik landet der Hersteller aus der Nachbarrepublik Tschechien nur auf Rang acht. Im hiesigen Landkreis erreicht er noch vor Audi (7.700 Zulassungen) und BMW (5.076 Zulassungen) und mit genau 8.940 Zulassungen den Platz vier.

Mehr Porsche, relativ wenige Ferrari

Schnell und luxuriös und im besten Fall sogar beides: Wer es hat, kann für ein extravagantes Auto viel Geld ausgeben. Am beliebtesten unter den schnellen Luxusschlitten ist im Landkreis mit großem Abstand der Porsche. In der Kartei des Landratsamtes sind aktuell 142 Zulassungen dieses Typs verzeichnet - 21 mehr als noch vor einem Jahr. Doch ungeachtet dieser beachtlichen Anzahl ist diese Zahl im deutschlandweiten Vergleich noch sehr gering. Bei den insgesamt 235.000 registrierten Modellen des Herstellers aus Stuttgart-Zuffenhausen fallen die 142 Porsche zwischen Freital und Sebnitz gar nicht wirklich ins Gewicht.

Auf Platz zwei und drei der beliebtesten Luxuskarossen stehen im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge zwei italienische Sportwagenfabrikate: Von der Marke Maserati sind derzeit zwei Wagen zugelassen - doppelt so viele wie noch vor Jahresfrist. Zudem gibt es im gesamten Landkreis zwei Ferrari - einer mehr als noch 2014. Der Vergleich zum Nachbar-Landkreis Meißen zeigt auch, dass das Geld hier offenbar weniger locker sitzt. Dort sind immerhin 24 Ferrari und 18 Maserati zugelassen.

Darüber hinaus produzieren etwa auch Audi, BMW, Mercedes und andere bekannte Hersteller eine Reihe von Oberklassewagen. Wie viele davon umherdüsen, konnten die Mitarbeiter der Kreisverwaltung aber nicht ermitteln. Die Zulassungsstatistik lässt sich zwar nach Herstellern filtern - unterscheidet aber nicht zwischen einzelnen Modellen wie beispielsweise einem Audi A3 oder einem Premiumboliden wie dem Audi RS 6 Avant.

Elektroautos fahren trotz hoher Zuwachsraten weiter hinterher

Die Zahl der im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zugelassenen Elektrofahrzeuge hat sich seit 2012 fast vervierfacht. Was zunächst sensationell klingt, relativiert sich allerdings rasch beim Blick auf die absoluten Zahlen. Denn im Jahr 2012 waren es gerade einmal nur 13 Autos mit Elektroantrieb, die im Landkreis gemeldet waren. Inzwischen tanken bereits 49 Fahrzeuge nicht mehr an der Zapfsäule, sondern an der Steckdose.

Weil allen voran die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs noch immer verhältnismäßig teuer ist, wird sich daran wohl auch so schnell nichts ändern. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Anfang 2013 erklärt, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland unterwegs sein sollen. Heruntergerechnet auf den Landkreis würde das etwa 3.000 von diesen Fahrzeugen entsprechen. Dass in den kommenden vier Jahren rund 2.950 strombetriebene Autos im Landkreis gekauft und zugelassen werden, erscheint äußerst unrealistisch.

Etwas weniger Trabis, dafür mehr Wartburgs

Wurde er nach der Wende noch für tot erklärt, so erweist sich der Trabant mittlerweile als erstaunlich zäh. Derzeit sind immer noch exakt 634 Trabis im Landkreis zugelassen - gerade einmal vier weniger als noch vor einem Jahr. Bei den Wartburgs gibt es sogar einen leichten Zuwachs. Die Zahl der zugelassenen Wagen aus Eisenach ist von 124 auf 134 gestiegen.

Überhaupt scheint Sachsen eine Hochburg der Ost-Gefährte zu sein. Wie aus Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes hervorgeht, sind in keinem anderen Bundesland mehr Trabis und Wartburgs zugelassen. Etwa jeder vierte in Deutschland zugelassene Trabant oder Wartburg ist zwischen Leipzig, Chemnitz und Dresden angemeldet.

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13.07.2015 - Sächsische Zeitung

Die Faszination des Zweitakters

Die gute alte Rennpappe kam zum dritten Trabitreffen am Sonnabend zu Ehren. Noch immer hat der Kultwagen Fans.

Von Jane Jannke

sz_img_13072015big Benzin lag am Sonnabend in Freital in der Luft. Schon von Weitem konnte man es förmlich riechen, denn am Duft ist er gut erkennbar, der gute alte Trabi. Zum dritten Mal lud das Trabant Team Freital am Wochenende zum ganztägigen Treffen auf das Gelände an der Papierfabrik ein. Und Gäste kamen zahlreich. Schon gegen Mittag war auf dem Fabrikgelände mehr los als noch im Vorjahr, als etwa 170 nostalgische Fahrzeuge aus DDR-Produktion nach Freital gekommen waren. Dieses Jahr dürften es noch ein paar mehr gewesen sein.

(Bild: Lena (l.) und Paula sind sichtlich stolz auf das aufgestylte Cabrio, das ihr Vater Thomas Winkelmann (hier mit Freundin Jessi) über Jahre hergerichtet hat. 180 Sachen schafft das Mobil maximal. Foto: Karl-Ludwig Oberthür)

Meist kennt man sich untereinander. Die Trabi-Szene ist eine verschworene Gemeinschaft mit Anhängern aus ganz Deutschland und sogar Europa. Auf den Treffen, so Trabant-Team-Sprecher Gunnar Geißler, gehe es weniger darum, gesehen und bestaunt zu werden, als um Austausch und ein Wiedersehen unter Freunden. Viele nutzen die Gelegenheit für eine längere Ausfahrt und bringen die ganze Familie mit. Wie Thomas Winkelmann, der mit Frau und Töchtern extra aus Zwickau angereist war - wo 1958 die Wiege des späteren DDR-Volkswagens stand.

Nur vier grundlegende Modelle gab es mit dem P 50, dem P 60, dem P 601 und dem T 1.1, von dem ab 1989 nur noch wenige Modelle auf den Markt kamen. Der Variantenreichtum, der am Sonnabend in Freital anzutreffen war, zeugte entsprechend vom hohen Maß an Einfallsreichtum und Kreativität - ohne die ein echter DDR-Bürger wohl auch aufgeschmissen gewesen wäre.

Thomas Winkelmanns Trabant hat nur noch wenig mit dem einstigen Original gemeinsam. Über Jahre hat der Zwickauer an seinem "Baby" geschraubt, viel Zeit und Geld hineingesteckt.

Statt in Eierschalengrau strahlt sein Wagen in einem metallischen Purpurton in der Sonne. Aus der T 1.1-Limousine wurde ein Cabrio mit knallrotem Verdeck, und unter der Haube schnurrt fast schon sanft im Vergleich zum blechernen Röhren der Originale feinste VW-Technik. 80 PS und der 1,6-Liter-Motor sorgen dafür, dass die "Rennpappe" ihrem Namen alle Ehre macht: "150 km/h Reisegeschwindigkeit schafft der locker", verrät Winkelmann stolz - wenn nicht gerade, wie jetzt, der fünfte Gang streikt. Die Töchter Lena und Paula finden den Trabi toll. Dass er "made in GDR" ist, stört sie nicht.

Gunnar Geißler und seine Jungs vom Trabant Team wollen den Trabi als Kulturgut erhalten. "Diesen ganzen politischen Firlefanz vom DDR-Kultobjekt lehnen wir ab, egal ob in positiver oder negativer Hinsicht", betont der 62-Jährige. Noch heute fährt er seinen alten Trabi Baujahr 1988. Sein Herz hänge einfach an dem Gefährt, mit dem schon er und später auch seine Kinder aufgewachsen seien.

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08.07.2015 - Sächsische Zeitung

Nostalgie auf vier Rädern

Das Trabant Team Freital hat sich der kleinen Rennpappe verschrieben. Nun lädt es zum Trabi-Treffen.

Von Fee Rülke

sz_img_08072015big Sie sind auf den Straßen kaum noch zu finden - die kleinen Rennpappen mit dem einzigartigen Zweitakter-Benzingeruch, dem lauten Knattern und der leichtgängigen Krückstockschaltung. Doch am Sonnabend wird Freital voll von ihnen sein. Gemeinsam mit der Kultur- und Tanzwerkstatt veranstaltet das Trabant Team Freital die dritte Auflage des Freitaler Trabitreffens in der Eintagesversion.

(Bild: Beim Trabitreffen am Sonnabend wird der Sachsenring-Klassiker gefeiert. Die Veranstalter sind gespannt, wie viele Oldtimer kommen. Foto: dpa)

1997 wurde das Trabant-Team von Freitalern gegründet. "Die jungen Leute hatten ihren Führerschein ganz frisch, da lag es nah, die alten Autos der Eltern zu fahren und an ihnen herumzuschrauben“, erzählt Gunnar Geißler. Sein Sohn Norman war eines der Gründungsmitglieder des Trabi-Klubs. "Mein Sohn hat mich so lange bearbeitet, bis ich auch in den Verein eingetreten bin." Heute ist er dort Pressesprecher. Geißler selbst übernahm 1980 seinen ersten Trabi, einen weißen Trabant 601 Limousine, von seinem Vater. Sohn Norman stieg später mit der grünen Version in das Trabant-Team ein – die fährt heute noch.

Zu Gründungszeiten hatte der Klub 43 Mitglieder, doch die Zahl ist rapide gesunken. Zwölf Fahrzeuge gibt es aktuell noch im Trabant-Team – und es werden nicht mehr. "Die Mitglieder sind älter geworden, die Trabis weniger. Die Begeisterung ist einfach geschwunden", erklärt Geißler.

2009 organisierte der Trabi-Klub das letzte große Treffen in Freital. Zu dieser Zeit kamen Fahrer aus fast allen deutschen Bundesländern, Österreich und der Schweiz. Rund 400 Trabis und IFA-Fahrzeuge sammelten sich damals an dem Treffpunkt zwischen Otto-Dix-Straße und Windbergallee. Allerdings konnte der Verein die Kosten für das Treffen nicht länger stemmen. "Nachdem aber immer wieder Anfragen kamen, haben wir uns dazu entschieden, das Ganze in der Eintagesversion noch einmal aufleben zu lassen", so Gunnar Geißler. Im letzten Jahr kamen knapp 170 Fahrzeuge auf dem Gelände der Dresdner Straße 357 neben der Papierfabrik zusammen. Dort wird das Treffen auch in diesem Jahr stattfinden. 9.00 Uhr ist Beginn, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. "Wir lassen uns einfach überraschen, wie viele kommen", sagt Geißler.

Anlässlich des 50. Geburtstages des Trabant 601 Universal erhalten die ersten 50 Gastfahrzeuge dieser Ausführung am Sonnabend eine Urkunde zum Jubiläum des Sachsenring-Klassikers. Geplant sind für diesen Sonnabend auch verschiedene Wettbewerbe, wie zum Beispiel Trabantziehen und Anlasserstemmen. Auch ein Bühnenprogramm wird von der Kultur- und Tanzwerkstatt angeboten. Die ist ein unterstützender Partner für den Klub und sieht den Trabant als Kulturgut.

Nicht zuletzt wird es zu dem Treffen auch eine Fahrzeugbewertung in neun Kategorien geben. Unterteilt wird unter anderem in Limousine, Kombi, Kübel und Cabriolet. Augenmerk wird hierbei auf die Karosserie und den Lack, den Motor- und Innenraum sowie die Reifen der Fahrzeuge gelegt. Der Besitzer des schönsten Trabi wird mit einem Pokal geehrt.

Der Eintritt für alle Beifahrer und Gäste ohne fahrbaren, nostalgischen Untersatz liegt bei einem Euro, Fahrer müssen für sich und ihr Fahrzeug drei Euro bezahlen. Kinder bis 14 Jahre haben kostenlosen Eintritt.

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04.07.2015 - Wochenkurier

Die "Stinker" sind noch lange nicht out

Dritter Freitaler Trabi-Tagestreff am 11. Juli auf dem Gelände neben der Papierfabrik.

wk_img_04072015.jpg Freital. Das Trabant Team Freital und die Kultur- und Tanzwerkstatt laden von 9.00 bis 20.00 Uhr zur dritten Auflage der Eintagesversion ein. Eingeladen sind nicht nur Fahrerinnen und Fahrer mit Fahrzeugen des Herstellers AWZ/Sachsenring sondern auch die der kompletten IFA-Palette und deren Importmarken, unabhängig ihrer Ausführungen und Herstellungsländer. Es gibt eine Fahrzeugbewertung in neun Kategorien mit Pokalen. Eine Trabi-Olympiade sorgt für Herausforderungen. Die Startgebühren für Fahrer plus Fahrzeug betragen drei Euro. (cda)

(Bild: Liebevoll gepflegt und herausgeputzt präsentieren sich die Trabis. Alle Infos unter www.trabantteam-freital.de Foto: PR)

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13.06.2015 - Sächsische Zeitung

Rollender Schatz aus den 60-ern

Am Sonntag startet die 16. Höckendorfer Oldtimer-Rallye. Auf Tour geht auch ein wiederaufgebauter Trabi.

Von Regine Schlesinger

sz_img_13062015big Das soll ein Oldtimer sein? Der Trabant, der in Höckendorf auf dem Hof von Jürgen Schmelzer steht, sieht aus, als käme er gerade frisch aus der Zwickauer Fahrzeugschmiede. Doch er ist nachweislich Baujahr 1965, ein Oldtimer, der wie auch schon viele Male zuvor, am Sonntag bei der 16. Oldtimer-Rallye in Höckendorf an den Start gehen wird. (Bild: Jürgen Schmelzer aus Höckendorf und sein Trabant Kombi, Baujahr 1965, sind am Sonntag mit dabei, wenn der Startschuss für die 16. Oldtimer-Rallye fällt. Zu seinem Fuhrpark gehört aber noch mehr. Foto: Egbert Kamprath)

Seine 50 Jahre sah man ihm allerdings schon an, als Jürgen Schmelzer ihn von einer Reichstädter Autorecycling-Firma erwarb. Das ist jetzt rund 15 Jahre her. Während ringsum alle auf Westautos umgestiegen waren, entdeckte der Höckendorfer sein Herz für die Rennpappe, ebenso liebevoll auch Plastebomber, Sachsenporsche oder DDR-Volkswagen genannt.

Einen Winter lang hat Jürgen Schmelzer zusammen mit seinem Onkel, einem Autoklempner, viel Arbeit in den heruntergekommenen und verschlissenen Trabi gesteckt. "Wir haben ihn bis auf die letzte Schraube komplett zerlegt", schildert der 39-Jährige, der sich vor Kurzem als Dachklempner selbstständig gemacht hat. Aber, und darauf legt Jürgen Schmelzer wert, bis auf den Motor sind alle Teile original. Als Motor hat er einen werksneuen eingebaut.

Wo er mit seinem Oldtimer hinkommt, erregt er natürlich Aufsehen. Der Höckendorfer nimmt auch an anderen Oldtimer-Treffen teil, fährt mit dem Kombi aber auch mal einen Kasten Bier holen oder mit seiner Familie zum Essen. Die häufigste Frage, die ihm Neugierige stellen, ist die nach dem Baujahr des Trabis. Dann folgt nicht selten der Satz: "So einen hatten wir auch mal."

Diesen Satz kann Jürgen Schmelzer dick unterstreichen. Denn ehe er sein Herz für die Zwickauer Zweitakter entdeckte, hatte er schon mal einen 601er-Trabi. Den ließ er aber entsorgen. "Und dann kauft man alles neu, das ist schon ein bissel verrückt", sagt der Oldtimer-Fan und räumt ein, dass ihn das bis heute ein bisschen wurmt. Mit seiner Leidenschaft für die alte Technik, an der man noch viel selber herumbasteln kann, hat er auch seinen Vater und seinen Bruder angesteckt. Beide besitzen inzwischen selber Oldtimer, der Vater Motorräder, der Bruder einen alten Opel. Auch zu Jürgen Schmelzers Fahrzeugpark gehören Zweiräder. Mit welchem fahrbaren Untersatz er am Sonntag auf die Strecke gehen wird, entscheidet er je nach Wetterlage. Scheint die Sonne, wird es wohl ein Motorrad sein.

Den Trabi fährt dann jemand anderes. Für seine beiden Jungs, den fünfjährigen Kurt und den Erstklässler Erwin, ist die Frage längst entschieden. Seitdem sie einmal bei einem Bekannten im Skoda Cabrio gesessen haben, kommt nichts anderes mehr für sie infrage, sagt ihr Vater und lacht.

Er freut sich auf den Sonntag und die Rallye, weil bei der Tour der Spaßfaktor überwiegt. Das sei wie ein großes Familientreffen, sagt der Höckendorfer. Die Rallye, die vom Höckendorfer Hotel Erbgericht veranstaltet wird, ist eine touristische Ausfahrt und kein Rennen, bei dem die Fahrer verbissen hinterm Lenkrad hocken. Pokale und Preise gibt es aber trotzdem. Vier oder fünf hat auch Jürgen Schmelzer schon in Empfang nehmen können. Mal sehen, ob am Sonntag noch einer dazu kommt.

Programm am Sonnabend: 16.00 Uhr, Oldtimertreffen, Benzingespräche, 2. O.D.-Markentreffen, 19.00 Uhr Oldtimer-Party auf dem Marktplatz mit irischer Live-Musik von Rattlin Bog; Sonntag: 10.00 Uhr Start der Rallye auf dem Marktplatz, moderiert von Gert Zimmermann, ab 11.00 Uhr Auftritt des Blasorchesters Elbflorenz und der HSK Big Band, gegen 16.00 Uhr Siegerehrung.

Rallyeteilnehmer: Es starten Motorräder und Autos in drei bzw. vier Klassen. Angemeldet sind bislang 94 Fahrzeuge, Strecke: rund 80 km.

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12.06.2015 - Freitaler Anzeiger

3. Freitaler Trabi-Tagestreff 2015

fa_img_12062015big Am Samstag, dem 11. Juli 2015 veranstaltet das Trabant Team Freital e.V. gemeinsam mit der Kultur- und Tanzwerkstatt e.V. in der Zeit von 9.00 bis 20.00 Uhr die nunmehr dritte Auflage des Freitaler Trabitreffens in der Eintagesversion auf dem Gelände Dresdner Straße 357, neben der Papierfabrik. Eingeladen sind nicht nur Fahrerinnen und Fahrer mit Fahrzeugen des Herstellers AWZ/Sachsenring sondern auch die der kompletten IFA-Palette und deren Importmarken, unabhängig ihrer Ausführungen und Herstellungsländer. (Foto: Trabant Team Freital e.V.)

Für die Gäste mit oder ohne Fahrzeug, für Groß und Klein wird Interessantes geboten. Ein durchgängiges Rahmenprogramm mit Spiel, Spaß und Spannung sorgt für Unterhaltung. Für alle Fans mit Trabi, IFA und Co. gibt es eine Fahrzeugbewertung in neun Kategorien und mit tollen Pokalen. Eine Trabi-Olympiade mit interessanten Herausforderungen wird das Trabitreffen umrahmen.

Besucherinnen und Besucher mit Nicht-IFA-KFZ nutzen aus Platzgründen bitte den kostenfreien öffentlichen Parkplatz am Bahnhof.

Die ersten 50 Gastfahrzeuge in der Ausführung des 601er/1.1er Kombiwagens Universal erhalten eine tolle Urkunde zum 50. Jubiläum des Sachsenring-Klassikers. Um 10.00 finden die Eröffnung der Veranstaltung und ein geselliger Frühschoppen statt. Ab 10.30 Uhr gibt es Spiele und Fahrerwettbewerbe zur Trabi-Olympiade auf dem Wettbewerbsareal, dazu jede Menge Fahrer- und Benzingespräche sowie Interessantes für Groß und Klein. Gegen 11.00 Uhr beginnen die Fahrzeugbewertungen am Checkpoint neben der Bühne. 15.00 Uhr ist der Abschluss der Fahrzeugbewertung und der Trabi-Olympiade; 17.00 Uhr beginnt die Siegerehrung der Besten der Wettbewerbe. Gegen 17.30 Uhr findet die Siegerehrung für die schönsten Gastfahrzeuge statt. Ab 18.00 Uhr fängt das Abschlussfeeling mit jeder Menge Überraschungen an.

Ganztägig sorgt DJ René für Stimmung und Unterhaltung. Vereine stellen sich vor, unter anderem die Tanzsparte der Kultur- und Tanzwerkstatt. Attraktionen für Spiel, Spaß und Spannung ausdrücklich auch für die kleinen Gäste mit Bastelstrecke, Kinderschminken, Hüpfburg und vielem mehr sind garantiert. Die Fahrzeugbewertung erfolgt in 9 Kategorien: (1) "Trabant Limousine", (2) "Trabant Kombi", (3) "Trabant Kübel", (4) "Trabant Tramp", (5) "Trabant Cabriolet", (6) "Trabant Tuning", (7) "IFA Pkw", (8) "IFA Krad" und (9) "IFA Nutzfahrzeuge". Weitere Informationen zum Treffen gibt es im Internet unter http://www.trabantteam-freital.de und http://www.kutawerk.de.

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15.05.2015 - Lokalanzeiger

Treffen der Zweitakter

lokaz_img_15052015big Der alte Sportlatz in Beierfeld wird ab kommenden Freitag wieder zum Ziel zahlreicher Trabifans. Das Trabi-Team Westerzgebirge organisiert über Pfingsten das legendäre Treffen von schmucken Rennpappen und interessanten Ifa-Fahrzeugen.

Die Liebhaber der alten Autos reisen dafür aus allen Himmelsrichtungen an. Beierfeld will auch in diesem Jahr seinem Ruf als Familientreffen alle Ehre machen. (Bild: Matthias Thiele und Roy Wätzig bringen mittlerweile den Nachwuchs mit. Foto: Lippmann-Wagner)

So gibt es zwischen den herrlichen Pkw nicht nur Fachsimpeleien und einen Teilemarkt, sondern auch Hüpfburg und Kinderschminken. Zu den Höhepunkten gehören eine Orientierungstour und eine Rundfahrt durch die Region. Jeder Besucher kann beim Treffen zum Juror werden: Die Gäste dürfen auf dem Sportplatz ihre persönlichen Trabi-, Ifa- und Oldtimer-Lieblinge bestimmen. (klw)

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Presse - 2014


31.07.2014 - Sächsische Zeitung

MZ und Trabi liegen vorn

Rund 2.000 Fahrzeuge sind im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge noch unterwegs, die schon zu DDR-Zeiten gebaut worden sind. Weitaus der größte Teil davon sind Motorräder der Marke MZ aus Zschopau. Davon rollen noch 1.388 Stück, wie das Landratsamt informierte. Dahinter liegen die Personenwagen der Marke Trabant. Davon sind noch 647 zugelassen. Von Autos der Marke Wartburg fährt ebenfalls noch eine dreistellige Zahl, genau 134 Stück.

76 Barkas sind in den Unterlagen des Landratsamts noch registriert, davon 16 Sonderfahrzeuge beispielsweise für Feuerwehren. 43 Robur-Fahrzeuge rollen noch zwischen Sebnitz und Dippoldiswalde sowie 115 IFA W 50. Auch davon ist ein großer Anteil als Sonderfahrzeug zugelassen.

Inzwischen hat sich allerdings das Verhältnis zu den alten Ostfahrzeugen bei vielen Besitzern gewandelt. Heute ist es üblich, dass der Trabi geschont wird und nur noch bei gutem Wetter aus der Garage geholt wird. Für den alltäglichen Einsatz sind diese alten Schnaufer vielen Liebhabern inzwischen viel zu schade. Schließlich sind Trabi und Co inzwischen 25 Jahre und älter. Sie sind inzwischen also durchweg Oldtimer. (SZ/fh)

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14.07.2014 - Sächsische Zeitung

Geliebter Trabi

647 Rennpappen sind im Landkreis noch zugelassen. Und manche sind gar nicht mehr wiederzuerkennen.

Von Franz Herz

sz_img_14072014_1.jpg Trabifahren ist inzwischen teuer geworden, stellt Torsten Geißler fest, der Vorsitzende des Trabant Teams Freital. Das Benzingemisch kostet so viel wie Super Plus, und im Stadtverkehr schluckt ein Trabi auch seine neun Liter. "Die Zeiten sind vorbei, als das ein billiges Auto für die Jugend war", sagt Geißler. Aber die Alltagsfahrzeuge der DDR haben immer noch ihre treuen Freunde. So sind im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge noch 647 Trabants zugelassen, wie das Landratsamt informiert. (Bild: Was wurde nicht alles am Sonnabend beim Trabi-Treffen in Freital gefachsimpelt, fotografiert oder einfach nur anerkennend gestaunt. Fotos: Karl-Ludwig Oberthür)

Es ist ein Fahrzeug für Liebhaber geworden. Gut 130 Trabis und vereinzelt andere DDR-Oldtimer waren am Sonnabend zum Trabi-Treffen auf den Platz an der Papierfabrik in Freital gekommen. Die meisten aus der näheren Umgebung, weil es nur ein Tagestreffen war. Doch waren auch Trabis mit Kennzeichen aus Graubünden in der Schweiz, aus Stuttgart und Ingolstadt zu sehen. Die Veranstalter bewerteten die Fahrzeuge in neun Kategorien und nach verschiedenen Kriterien. Nur so konnten sie den verschiedenen Typen gerecht werden.

Die einen hatten ihr Auto getunt und mit einer Ausstattung versehen, die jeden Westwagen lahm aussehen lässt.Andere achten darauf, dass möglichst nur Originalersatzteile eingebaut werden und so wenig wie möglich am Originalzustand verändert wird. "Inzwischen geht der Trend wieder hin zu original erhaltenen Trabants", beobachtet Torsten Geißler. Ein außergewöhnlich getunter Rennwagen wie der von Torsten Lentzsch erregte beim Trabant-Treffen in Freital dennoch Aufsehen. Und nicht nur der.

Der Rennwagen

sz_img_14072014_2.jpg Torsten Lentzsch aus Dippoldiswalde drückt einmal aufs Gaspedal, und alle Besucher schauen hin. Er hat seinen früheren Alltagstrabi in jahrelanger Arbeit von 1999 bis 2011 zum Rennauto umgebaut. Der Motor klingt so gut wie in der Formel 1. Lentzsch nimmt damit auch an Rundstreckenrennen oder Viertelmeilenrennen teil. Auf dem Sachsenring, dem Eurospeedway, in Anklam oder Großenhain ist er unterwegs. Für die Rennmaschine ist vom ursprünglichen Trabi aber nur noch wenig übriggeblieben. "Original ist eigentlich nur noch die Karosserie", erzählt Lentzsch. Motor, Getriebe, Bremsen oder Fahrwerk sind alle getunt. Manches ist ans Rennreglement angepasst wie die auffälligen Batteriehauptschalter oder die knallroten Abschleppösen. Anderes ist wegen seines Gewichts rausgeflogen. So hat das Auto nur den Fahrersitz und hinten leichte Plastikscheiben. Tempo 180 erreicht der Trabi, und wie er klingt, das ist einfach einzigartig. (SZ/fh)

Der Automatiktrabi

sz_img_14072014_3.jpg Frank Roitzsch aus Hänichen besitzt ein ganz seltenes Exemplar: einen Trabant mit Hycomatik. Das ist eine automatische Kupplung. Der erste Besitzer des Autos lebt in Oelsa und hatte bei einem Unfall ein Bein verloren. Deswegen erhielt er 1987 diese Sonderausstattung. "Über Zwischenstationen ist dann mein Vater zu dem Auto gekommen, der hat ihn bis 1998 gefahren und dann abgemeldet", erinnert sich Frank Roitzsch. 2000 ist er 18 Jahre alt geworden und hat den Trabi wieder in Betrieb gesetzt. Er hat dann viel ins Auto reingesteckt. Als er zum Bund ging und weite Strecken fahren musste, reichte der Trabi nicht mehr. Er behielt ihn aber. "Für mich ist das seitdem ein Hobby und ein Spaßfahrzeug. Es ist ja auch was Besonderes geworden, nach dem sich die Leute umdrehen", erzählt Roitzsch. Zum Trabi-Treffen am Sonnabend wollte er einen guten Platz bekommen und ist so zeitig aufgebrochen, dass er prompt die Startnummer eins erhielt. (SZ/fh)

Der Autobahnflitzer

sz_img_14072014_4.jpg Mit dem Trabi auf die Autobahn, das macht Reinhard Schöne aus Pesterwitz großen Spaß. Denn sein Cabrio hat mehr unter der Haube, als man einem Trabi zutraut. Der Kfz-Klempner aus Pesterwitz hat sein Auto aus einer Limousine umgebaut. "Ich habe den restlos auseinandergenommen. Dann gab es so einen Bausatz, mit dem habe ich ihn zum Cabrio umgebaut." 15 Jahre ist das jetzt her. Einen neuen Motor hat er dem Trabant auch spendiert, einen 1,4-Liter-Polo-Motor. Damit verblüfft er gerne andere Autofahrer. Wenn er auf der Autobahn Gas gibt, zieht er an so manchem Fahrer vorbei, der dann ungläubig guckt, was denn der Trabi da macht. Davon erzählt Reinhard Schöne gern. So wie er auch stolz all die Promis auflistet, die er schon mit seinem Cabrio gefahren hat. Die Liste reicht von Täve Schur bis zu Costa Cordalis. Damit sein Trabi weiter schick bleibt, bekommt er beste Pflege. "An den Lack lasse ich nur Wasser und Papier", sagt Schöne. (SZ/fh)


Der Trabi ist heute Kult

Kommentar von Franz Herz über das Trabi-Treffen in der Weißeritz-Region

Bei einem Trabi-Treffen lässt sich ermessen, wie sich das Land in den letzten 25 Jahren verändert hat. Damals war es normal, dass die Parkplätze vor den Betrieben oder in den Städten mit den Fahrzeugen aus Zwickau gefüllt waren. Vereinzelt standen mal ein Wartburg, ein Skoda oder ein anderes Fahrzeug dazwischen. Jeder Westwagen war ein seltener Exot, der sofort Aufsehen erregte. Heute ist es genau anders. Wer interessiert sich schon besonders für einen Westwagen? Davon stehen ja viel mehr rum als seinerzeit Trabis. Die ziehen heute aber das Interesse auf sich. Diese zu sehen, lockt Hunderte Zuschauer.

So ein Trabi-Treffen wie in Freital zeigt aber auch, welches Potenzial durchaus in dem Alltagsauto der DDR steckte. Wer die Möglichkeiten dazu hat, das erforderliche Material bekommt, kann daraus einen konkurrenzfähigen Autobahnflitzer machen oder sogar einen Rennwagen. Auch farblich geben die Sammlerstücke heute weitaus mehr her. Komplette Kunstwerke finden sich auf mancher Karosserie. Auch auf dem Treffen in Freital wurde immer wieder festgestellt: Trabi ist Kult.

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11.07.2014 - Sächsische Zeitung

Rennpappen in Hainsberg

Auto-Nostalgiker machen sich zum zweiten Trabi-Tagestreff auf.

Von Sara Gläser

sz_img_11072014.jpg Laut knattern die Zweitaktmotoren wie Musik in den Ohren der Trabi-Liebhaber. Standesgemäß rollen die Mitglieder des Trabi-Clubs mit ihren Lieblingen zum SZ-Termin.

Nahe der Papierfabrik in Hainsberg, Dresdner Straße 357, findet morgen der zweite Trabi-Tagestreff statt. Rund 170 Gastfahrzeuge werden erwartet. (Bild: Trabis tuckern nach Hainsberg - Ronny Rüdiger, Ralf Langer, Torsten und Gunnar Geißler freuen sich auf ihren zweiten Trabi-Tagestreff am Sonnabend. Foto: Karl-Ludwig Oberthür)

Ralf Langer ist 41 und schon lange beim Trabant Team Freital dabei. Er hat seinen Führerschein mit 18 gemacht. "Der Trabi war damals für alle Anfänger optimal. Entweder hat man den Alten von den Eltern übernommen oder für 100 Mark irgendwo erstehen können", sagt Langer. Zu DDR-Zeiten ging das nicht so einfach. Man musste den Trabant vorbestellen, und Wartezeiten von über zehn Jahren waren normal.

Mit dem Trabi wurden weite Reisen unternommen, die sich heute mit diesem Auto fast niemand mehr antun würde. "Kroatien und Ungarn – wir waren überall. Die Koffer lagen auf der Rückbank oder türmten sich auf dem Dach", erinnert sich Langer. Mitte der 90er-Jahre fanden sich Klubs zusammen, in denen gemeinsam geschraubt wurde. "Im Alltag fährt fast niemand mehr die Pappe. Sogar wir haben alle einen Zweitwagen - Westauto. Das ist schneller und bequemer", sagt Torsten Geißler (31), Vorsitzender des Trabi-Vereins.

Obwohl der Trabant in seiner Heimat Sachsen Kultstatus genießt, werden es immer weniger. Das spürt auch der Verein. Zu Gründungszeiten waren es 40 Mitglieder. Davon sind noch 15 übrig geblieben. Ersatzteile zu finden, ist dabei gar nicht so schwer. Trotz der wenigen Mitglieder lässt es sich das Trabant Team Freital nicht nehmen, zusammen mit der Kultur- und Tanzwerkstatt den zweiten Trabi-Tagestreff am Sonnabend zu veranstalten. Von 09.00 Uhr bis 20.00 Uhr bietet ein umfassendes Programm eine Menge Unterhaltung.

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09.07.2014 - Wochenkurier

Alte "Stinker" treffen sich

50 Jahre Trabant 601: Genau das feiert das Trabant Team Freital gemeinsam mit der Kultur- und Tanzwerkstatt.

wk_img_09072014.jpg Freital. Von 09.00 bis 20.00 Uhr sind am 12. Juli alle Trabant-, Wartburg- und IFA-Fahrer sowie Freunde ostdeutscher Fahrzeugmarken und -hersteller auf das Gelände neben der Papierfabrik (Dresdner Straße 257) zum 2. Freitaler Trabi-Tagestreff eingeladen.

Die ersten 50 Gastfahrzeuge vom Typ P 601 erhalten eine Jubiläumsurkunde. Außerdem gibt es eine Fahrzeugbewertung in neun Kategorien. Eine Trabi-Olympiade mit Fahrerwettbewerben und interessanten Herausforderungen wird das Tagestreffen umrahmen. DJ René sorgt für Stimmung und Unterhaltung. Außerdem stellen sich Vereine vor, u.a. die Tanzsparte der Kultur- und Tanzwerkstatt, Ersatz- und Tuningteile können getauscht und gehandelt werden.

Der Trabi-Club wurde 1997 gegründet. Vereinszweck ist die Erhaltung des technischen Kulturerbes Trabant als Zeitzeuge des historischen sächsischen Automobilbaus. (cda) (Bild: Schnappschuss vom 1. Freitaler Trabi-Tagestreff 2013. Foto: privat)

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Presse - 2013


22.08.2013 - Sächsische Zeitung

Blech und Pappe zum Staunen

Zum dritten Mal findet das Oldtimertreffen in Hainsberg statt. Nicht nur Autos werden dort zu sehen sein.

Von Franz Grossmann

sz_img_22082013.jpg Die Sandstrahltechnik Freital lädt am Sonntag wieder alle Automobilbegeisterten zum Old- und Youngtimertreffen ein. "Wer Benzin im Blut hat, ist als Gast hier absolut richtig, egal ob mit oder ohne Fahrzeug", verspricht Mirco Naumann, Ausrichter des Treffens. "Die Leute sollen hier vor allem ins Gespräch kommen und sich austauschen können", sagt er. Eine Anmeldung im Voraus ist nicht nötig, jeder kann mit seinem Wagen einfach vorbeikommen. Die einzige Voraussetzung für eine Teilnahme: Der Wagen muss mindestens 20 Jahre auf dem Buckel haben. Für interessierte Besucher gibt es also allerlei alter Karossen hautnah zu bestaunen. (Bild: Mirco Naumann freut sich auf das Oldtimertreffen. Knapp 200 Exponate werden auf dem Event in Hainsberg zu sehen sein. Foto: Karl-Ludwig Oberthür)

In diesem Jahr wird wieder mit knapp 200 Exponaten gerechnet. Bei dem markenoffenen Treffen sind grundsätzlich alle Fahrzeugtypen willkommen. Neben Pkws, Mopeds und Motorrädern werden auch schwere Nutzfahrzeuge zu sehen sein, darunter Traktoren, Lkws und sonstige Zugmaschinen. Fahrzeuge aus Ost und West, Vorkriegs- und Nachkriegszeit sind angekündigt und werden für Abwechslung auf dem Festgelände sorgen. "Das Treffen wurde anfangs zu Werbezwecken ins Leben gerufen. Wir wollten damit Kunden anziehen. Mittlerweile hat es einen ganz anderen Stellenwert erreicht", erklärt Naumann.

Die Sandstrahltechnik Freital behandelt unter anderem auch Teile von Oldtimern, um sie von alter Farbe und Rost zu befreien. Anschließend können die Teile wieder neu lackiert werden. Die Idee zur Begegnung der heißen Schlitten an der Dresdner Straße entstand im tiefsten Winter. Zumal sich auch noch zahlreiche Oldtimerfreunde in Hainsberg regelmäßig zu einer Art Stammtisch treffen und ihre Motorräder, Autos und Militärfahrzeuge Gleichgesinnten gern einmal vorführen wollten. "Dieses Jahr wird es aber noch keine großen Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr geben. Das Treffen soll sich erst einmal etablieren", sagt Naumann.

Für das leibliche Wohl steht für die Besucher eine kleine Essmeile bereit. Für die kleinen Teilnehmer wird unter anderem eine Hüpfburg angeboten. Um neun Uhr beginnt das Fahrzeugtreffen auf dem Gelände der Sandstrahltechnik Freital unweit der Papierfabrik, Dresdner Str. 357.

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15.07.2013 - Sächsische Zeitung

Trabi-Begeisterte feiern in Freital

Die Veranstalter freuen sich über unerwartet hohe Besucherzahlen. Ob das Treffen wiederholt wird, ist aber noch unklar.

Von Philipp Nowotny

sz_img_15072013_1.jpg Die Luft ist erfüllt von Benzin und Öl. Laufend ertönt das typische Dröhnen und Scheppern, wenn einer der Zweitakter mal wieder seinen Motor startet. In langen Reihen parken sie nebeneinander, Trabant an Trabant. Zwischen ihnen flanieren stolze Besitzer und neugierige Zuschauer und begutachten die ausgefallensten Fahrzeuge.

Es ist ein heißer Nachmittag. Wer einen Campingstuhl mitgenommen hat, sucht sich ein schattiges Plätzchen im Schutz der Gebäude auf dem weiträumigen Areal der Kelterei Herrmann in Hainsberg. (Bild: Zum Trabi-Tagestreffen am Sonnabend in Freital gab es viel zu sehen und zum Fachsimpeln. Der Trabi fasziniert nach wie vor und verbindet Generationen. Deshalb wurden die Erwartungen der Veranstalter auch übertroffen. Foto: Daniel Spittel)

Für Freunde alter Autos war der 1. Freitaler Trabi-Tagestreff am Sonnabend ein wahres Eldorado. Über 150 Fahrer waren nach Freital auf das Gelände neben der Papierfabrik gekommen, um ihre DDR-Kisten zu präsentieren. Zum Teil reisten sie aus Chemnitz, Zwickau und Berlin an. Dabei war für jeden Geschmack etwas dabei. Sowohl zahlreiche Fahrzeuge in Originalzustand als auch viele äußerst kreativ weiterentwickelte Modelle wurden von den Zuschauern bewundert.

sz_img_15072013_2.jpg Einen P 50/2, Baujahr 62, hatte zum Beispiel Stephan Pohl mitgebracht, inklusive eines liebevoll restaurierten Anhängers. Den hatte der Nossener vor Jahren rostend in einem Garten entdeckt und darauf neu geschweißt und frisch lackieren lassen. Nun fungiert er als Schlafwagen. (Bild: Stephan Pohl aus Nossen präsentierte ein ausgefallenes Modell: einen Trabant P 50/2 Kombi mit passendem kleinen Wohnwagen. Foto: Daniel Spittel)

Andere Trabis waren modern aufgerüstet, etwa mit riesigen Subwooferanlagen im Kofferraum, tiefer gelegten Dächern, modischen Mustern auf den Sitzbezügen und Panoramabildern auf der Motorhaube. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, die Autos zu fotografieren und mit den Besitzern zu fachsimpeln.

Veranstaltet wurde der Trabi-Tagestreff vom Trabant Team Freital und der Kultur- und Tanzwerkstatt. Bereits von 1999 bis 2009 hatte das Trabant Team Freital im Rahmen des Windbergfests jährlich ein großes Trabi-Treffen organisiert. Aus ganz Deutschland waren damals Fans der ostdeutschen Automobilkultur vor die südlichen Stadtgrenzen Dresdens gereist, um das beliebte Wochenend-Event mitzuerleben. Durchschnittlich 400 Trabis waren dabei immer am Start. Aufgrund sinkender Mitgliederzahlen konnte das Freitaler Trabant Team das Fahrerlager jedoch personell nicht mehr stemmen. Vor vier Jahren fand das bisher letzte Treffen dieser Art statt.

Viele Fahrer haben noch gute Erinnerungen an die Freitaler Treffen. Stefan Reiche aus Freiberg etwa, der erzählt, er sei früher jedes Wochenende mit seinem Trabi unterwegs gewesen. "Freital war schon immer was ganz Besonderes", sagt er. "Weil die Treffen fast schon im Herbst stattfanden, waren sie die letzten im Jahr. Das war immer ein toller Saisonabschluss, da waren alle da, die man gut kannte und leiden konnte." Ein Besuch der Veranstaltung lohnte aber auch dieses Jahr - es wurde ein buntes Programm geboten. Und mehr als 300 Fußgänger ließen sich dieses Vergnügen nicht entgehen. Unter anderem konnten die Fahrer ihre Autos von einer Jury in den Kategorien Trabant-Original, Trabant-Umbau, IFA-Pkw, IFA-Nutzfahrzeuge und IFA-Krad bewerten lassen und dabei Pokale gewinnen. Vor der Prüfstelle bildete sich schon bald eine Fahrzeugschlange, denn viele wollten wissen, wie viele Punkte ihr Schmuckstück holen kann.

Um Punkte ging es auch bei der Trabi-Olympiade. Dabei mussten Kraft und technisches Fachwissen bewiesen werden. Beim IFA-Quiz etwa sollten anhand von Fahrzeugbildern die Modelltypen erkannt werden. Eine Sache für Experten: Hat der Wartburg 311 tatsächlich eine Lüftung? Oder ist es doch der 313er? Know-how brauchte es auch beim Ersatzteilraten, körperliche Stärke war dagegen beim Stemmen eines kiloschweren Anlassers gefragt. Spektakulär wirkte auch das Trabi-Ziehen. Die Wettkämpfer mussten dabei einen Trabant an einem Seil rund 30 Meter weit ziehen. Um die 20 Sekunden benötigten die meisten dafür, unter lautem Anfeuern der Umstehenden.

Für das Tagestreffen am Sonnabend hatte sich das Trabant Team die Kultur- und Tanzwerkstatt als Mitveranstalter ins Boot geholt und einen kleineren Rahmen gewählt. Ein Konzept, das für alle Beteiligten aufging. "Mein Fazit fällt sehr gut aus", sagt Torsten Geißler vom Trabant Team. "Ich hätte nicht gedacht, dass wirklich so viele kommen." Insgeheim habe er im Vorfeld mit etwa 75 Fahrzeugen gerechnet. Dass nun mehr als doppelt so viele DDR-Oldtimer den Weg nach Hainsberg gefunden hatten, führt er auch auf das ideale Wetter zurück.

Auch von den Besuchern habe er ein "Top-Feedback" erhalten. Als einzigen trüben Punkt in der ansonsten guten Stimmung macht er die hohen Gema-Gebühren aus. "Rund 800 Euro hätten wir zahlen müssen, um Musik abzuspielen", sagt er. Das sei nicht zu stemmen gewesen, wenn man die Eintrittspreise nicht hätte verteuern wollen. Deshalb gab es am Sonnabend nur private Beschallung aus Autoradios.

Auch Thorsten Mager von der Kultur- und Tanzwerkstatt zieht eine positive Bilanz. Sein Verein kam durch persönliche Kontakte mit den Trabi-Freunden zusammen. "Wir verstehen uns ja als Verein, der anderen helfen will", sagt er. "Darum haben wir hier mit Manpower und unserer Technik mitgemacht." Denn schließlich seien die Trabis und IFA-Vehikel Kulturzeugnisse und stellten ein Stück Geschichte dar. "Für viele hier sind die alten Autos Teil ihrer Biografie", sagt er.

Ob es auch im nächsten Jahr wieder einen Trabi-Treff in Freital geben wird, ist noch unklar. Dazu wollen sich die Mitglieder des Trabant Teams in den nächsten Wochen beratschlagen.

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12.07.2013 - Sächsische Zeitung

Das Herz schlägt im Zweitakt

Der Freitaler Sascha Göhlert liebt alte Autos. Eines davon besonders. Mit ihm fährt er am Sonnabend zu einer Premiere.

Von Philipp Nowotny

sz_img_12072013.jpg Wer Sascha Göhlert besuchen will, kann die Klingel lange suchen. Das Haus am Fuße des Windbergs in Niederhäslich ist nagelneu, die Wände strahlen in satten Farben - nur dieses kleine Accessoire fehlt noch. Zwischen Baugeräten und Haufen von Pflastersteinen thront ein echtes Prunkstück: ein roter Barkas, Baujahr 78. Der DDR-Brummer ist der ganze Stolz der Freitaler Trabi-Freunde. Wenn am Sonnabend nach vierjähriger Pause wieder Trabi- und IFA-Verrückte aus der ganzen Region nach Freital rollen, darf der Vereinsbus natürlich nicht fehlen. (Bild: Sascha Göhlert (32) aus Freital fährt am Sonnabend mit dem Barkas zum Trabitagestreffen - die erste Veranstaltung dieser Art in Freital. Foto: Eric Münch)

Sascha Göhlert ist ein dynamischer Typ. Der 32-jährige Metallbaumeister führt einen Familienbetrieb mit 25 Mitarbeitern und passt so gar nicht in das Klischee des betagten Oldtimer-Fans, der seine Edelkutsche mit Schirmmütze, Sonnenbrille und Polohemd spazieren fährt. Eher zufällig kam Göhlert zu seiner Leidenschaft für alte DDR-Autos. 1997, da war er gerade einmal 17 Jahre alt, entdeckte er an einer Pinnwand im Kaufpark einen Aushang: "Trabant für 400 Mark zu verkaufen." Ein echtes Schnäppchen! "Ich habe das zu Hause erzählt und bin sofort mit Mutti losgezogen, um das Auto zu kaufen", erzählt er.

Nach Hause fahren musste den Trabi dann seine Mutter, er hatte schließlich noch keinen Führerschein. Doch der niedrige Kaufpreis bedeutete vor allem eines: Arbeit! Der Trabi hatte eine Komplettüberholung dringend nötig. Das Know-how dazu hat er sich zum großen Teil selbst beigebracht, geholfen hat ihm dabei seine Ausbildung zum Metallbauer. "Ein halbes Jahr habe ich am Trabi gebastelt", sagt Göhlert. "An meinem 18. Geburtstag bin ich dann zum ersten Mal gefahren." Wie viel Geld er schon in sein Auto investiert hat, möchte er nicht verraten. "Aber es waren sicher mehrere 1000 Stunden Arbeit", sagt er. Über Freunde kam er zum Trabant Team Freital. Trabi und Trabi-Verein spielen seither in Göhlerts Leben eine große Rolle. Einige Mitglieder haben noch zu DDR-Zeiten ihre Trabanten bestellt und zehn Jahre darauf gewartet. Doch die meisten sind junge Leute wie Göhlert, die ein preiswertes Auto wollten und nicht davor zurückschreckten, auch mal selber Hand anzulegen.

Hier hat er neu Freundschaften geschlossen und seine Lebensgefährtin kennengelernt. Mittlerweile haben sie zwei Kinder, eine siebenjährige Tochter und einen einjähriger Sohn. Jahrelang ist die Kleinfamilie mit Trabi und Wohnwagenanhänger losgedüst, von der Nordsee bis nach Italien. Aber für zwei Kindersitze ist die DDR-Kiste nun etwas zu klein geraten. Dennoch: Das Fahrgefühl sei etwas ganz besonderes, etwas Abenteuerliches, meint Göhlert. "Man riecht den Zwei-Takter, das gibt einen beißenden Geruch. Besonders hinter dem Auto", sagt er und grinst. Allerdings muss der Fahrer auch auf viel Komfort verzichten: dröhnender Motor, keine Servolenkung, keine Klimaanlage, keine Zentralverriegelung und maximal Tempo 100 - das muss man mögen.

Angewiesen ist er auf seinen Trabi nicht, wegen der Baustelle auf seinem Grundstück ruht der zurzeit sowieso in einer Dresdner Lagerhalle - bis die Garage fertig ist. Neben einem Multicar-Transporter, der noch von seinem Vater angeschafft wurde, besitzt die Familie aber auch ein modernes Vehikel, einen Opel Astra Caravan. Der wird im Alltag gefahren.

Vor einigen Jahren wurde der Kleinbus dem Trabant Team Freital von der Freiwilligen Feuerwehr Falkenhain geschenkt. Heute ist der Achtsitzer überall dort dabei, wo die Freitaler Trabi-Freunde auftauchen. Auch am morgigen Sonnabend ist der Barkas selbstverständlich mit von der Partie, wenn das Trabant Team gemeinsam mit der Kultur- und Tanzwerkstatt zum Ersten Freitaler Trabi-Tagestreff einladen. Nicht nur Trabanten sind willkommen, sondern alle Fahrzeuge der IFA-Palette und deren Importmarken.

Auf dem Gelände Dresdner Straße 357, neben der Papierfabrik, werden bis zu 150 Fahrer aus der Region erwartet. Die Veranstalter hoffen auf regen Besuch, seit 2009 gab es hier schließlich kein derartiges Treffen mehr.

Ab 10.00 Uhr findet eine Fahrzeugbewertung statt, 19.00 Uhr werden die Sieger mit Pokalen geehrt. Dazwischen können sich die Gäste zur Trabi-Olympiade beim Ersatzteilraten oder Trabi-Ziehen messen. Für den Nachwuchs gibt es eine Bastelstraße und einen Schminkstand. Der Eintritt kostet für Fahrer drei Euro, für Beifahrer sowie für Fußgänger einen Euro. Kindern unter 14 Jahren wird der Eintritt erlassen.

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Presse - 2012


28.09.2012 - Sächsische Zeitung

Ehemaliges Ambulatorium wird zu Fundgrube

Hainsberg/Deuben. Nach Abrissplänen erwacht der Gebäudekomplex am Pfaffengrund zu neuem Leben. Das zieht allerdings auch ungebetene Gäste an.

Von Lisa Fritsche

sz_img_28092012_1.jpg Auf dem ersten Blick wirkt das ehemalige Ambulatorium am Pfaffengrund in Freital verlassen. Die Fenster sind alt, der graue Putz bröckelt und das Außengelände prägt der Wildwuchs. Doch von diesem flüchtigen Eindruck sollte sich der Freitaler nicht täuschen lassen - im Inneren floriert der Handel mit alten Schätzen. (Bild: Zu DDR-Zeiten hätten viele gern ein anderes Modell gefahren. Heute ist der Trabant ein Kultauto. Ralf Langer hat einen Versandhandel für Ersatzteile im ehemaligen Ambulatorium Pfaffengrund aufgebaut. Hier findet sich fast alles für Autos längst vergangener Tage. Foto: Karl-Ludwig Oberthür)

Vor einem Jahr zog Ralf Langer mit seinem Versandhandel für Trabi-, Wartburg-, IFA- und Quek-Wohnwagen-Ersatzteile in das zum Abriss freigegebene Gebäude hinter dem Edelstahlwerk ein. Zehn Jahre stand das Haus leer bis er es samt Grundstück für 25.000 Euro kaufte. Angeboten hatte es damals der Insolvenzverwalter einer mittlerweile pleitegegangenen Firma aus dem Westen. Mit diesem Kauf überraschte Langer allerdings nicht nur die Anwohner, sondern auch die Stadt Freital. Die hatte das Haus bereits auf die Abrissliste gesetzt. An einen Abriss war nun aber nicht mehr zu denken. Im Dezember 2011 ist der Drei-Mann-Betrieb von Somsdorf bereits in das Gebäude am Pfaffengrund umgezogen.

sz_img_28092012_2.jpg Im Partykeller hängen noch die Luftballons der letzten Geburtstagsfeier, der Wohnraum steckt mitten im Umbau und im Lager stapeln sich Ersatzteile, für Oldtimerfans sind das wahre Schätze. Auch auf dem Außengelände hat sich einiges getan. Bäume wurden gefällt, der Hof vom grünen Chaos befreit und bei genauerem Hinsehen ist sogar ein Swimmingpool zu entdecken. Dieser gehörte einst zur ehemaligen Kindertagesstätte nebenan und wurde nach dem Schneiden der Hecke entdeckt. Inzwischen ist er wieder nutzbar. (Bild: Ralf Langer hat vor einem Jahr das Gebäude auf der Straße Am Pfaffengrund 3 gekauft, der Swimmingpool ist schon erneuert worden. Foto: Karl-Ludwig Oberthür)

Die Lebensgefährtin von Ralf Langer, Claudia Speth, hat ihren Job als Arzthelferin mittlerweile an den Nagel gehangen und arbeitet mit in der Männerdomäne. Trotz Stress und langen Arbeitszeiten schätzt sie die Flexibilität der Selbständigkeit. "Gezicke gibt es hier überhaupt nicht", sagt die 29-jährige über die Arbeit im Onlinehandel. Die Nachfrage nach Ersatzteilen für Trabis ginge zwar zurück, dafür wachse das Interesse im Campingbereich, sagte die Buchhalterin. Job, Familie und Sanierung sind für die Besitzer des ehemaligen Ambulatoriums längst zur Lebensaufgabe geworden. Rund 40.000 Euro haben sie bereits für den Anschluss von Strom, Wasser und Gas, sowie für den Einbau einiger neuer Fenster gezahlt. Für große Investitionen am Gebäude fehlte bisher aber das nötige Geld. "Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hätte sich selbst finanziert, aber für die Sanierung des Hauses wurde bislang kein Kredit bewilligt", erklärt Ralf Langer.

Dies blieb auch bei den Nachbarn nicht unbemerkt. "Es geht einigen Siedlern und Anwohnern zu langsam mit der Sanierung", erklärt der Vorsitzende des Vereins Zechelshöhe, Klaus Bayer. Auch die Trabifans wurden Mitglied im Siedlungsverein und sind in der Gemeinschaft angekommen. "Nun kann man nur hoffen, dass die neuen Eigentümer standfest genug sind und das alte Ambulatorium wieder verschönern", sagt Bayer zuversichtlich.

Das Glück war bislang allerdings weniger auf der Seite des Jungen Paares. Die Heizungsanlage des Hauses, die aus der ehemaligen Windbergarena stammt, kann nicht wieder genutzt werden. "Wir haben letzten Winter mit Heizlüftern geheizt", erklärte der 39-jährige. Die alte Anlage sei für seine Nutzung überdimensioniert und damit unwirtschaftlich. Dennoch muss bald eine Lösung her, damit im Winter nichts einfriert. Trotz knapper finanzieller Mittel hat Langer viel vor. Neben dem Wunsch nach warmen Füßen stehen eine Werkstatt, ein Baumhaus, die Renovierung des Kinderzimmers, das Garagendach und ein Zaun für das Grundstück auf dem unmittelbaren Bauplan.

Letzteres erwies sich in der Vergangenheit mehr als nötig, denn der gelernte Elektriker hatte nicht nur angenehme Gäste in seinem 1.800 Quadratmeter großen Gebäude. Im letzten Jahr machten es sich Einbrecher mit Bier und Zigaretten im Keller gemütlich. "Wir haben dann Nachtwache gehalten", erzählt Claudia Speth. Auch der ehemalige Besitzer, ein Unternehmer aus München, stattete nach Angaben der Anwohner dem Gebäude einen Besuch ab. Nachdem der Versuch, die Türen mit seinem zehn Jahre alten Schlüssel zu öffnen, scheiterte, beschwerte er sich schließlich lautstark. "Wir haben danach nichts mehr von ihm gehört", sagt Ralf Langer.

Einblick am 20. Oktober

Regelmäßig verschwinden aber auch noch heute Sachen, wie Campingstühle, Thermometer oder der Grillrost vom Hof, wird Müll abgeladen und die Einfahrt zugeparkt. Dass das Haus in Nutzung ist, scheint trotz Firmenschild noch nicht jedem klar zu sein. Dennoch bleiben die beiden optimistisch. In Zukunft möchten sie Vereinen, Sportgruppen, Bands oder Leuten mit guten Ideen Raum bieten. "Wir sind da flexibel", erklärt Claudia Speth und ist offen für neue Anregungen, sowie tatkräftigen Engagement.

Einen Einblick in die Räumlichkeiten ermöglichen die beiden am 20. Oktober. Auch wenn noch nicht alles perfekt ist, öffnen sie ab 14.00 Uhr für ehemalige Arbeitnehmer und Patienten, sowie Anwohner und Interessenten die Türen zum ehemaligen Ambulatorium. Als Gast sollte man allerdings Zeit mitbringen, denn ein einfacher Rundgang durch das große Gebäude dauert mindestens zwei Stunden.

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Presse - 2011


30.04.2011 - Sächsische Zeitung

Trabifahren macht immer noch Spaß

Vor 20 Jahren rollte die letzte "Rennpappe" vom Band. Ganz verschwunden ist der DDR-Volkswagen aber noch nicht.

Von Maik Brückner

sz_img_30042011_1.jpg Heute vor genau 20 Jahren rollte der letzte Trabant vom Band der Autobauer in Zwickau. Seit dieser Zeit hat die Zahl der Rennpappen kontinuierlich abgenommen - auch zwischen Wilsdruff und Altenberg. Allein in den letzten 10 Jahren ist die Zahl der zugelassenen Zweitakter im Gebiet des heutigen Landkreises um zwei Drittel auf aktuell 673 gesunken, wie die Statistik des Pirnaer Landratsamtes zeigt. Gegen diesen Trend ist aber offenbar die Zahl der Fans gestiegen. Trabifahren wird immer mehr zum Kult - in Berlin und Dresden können sich Touristen auf einer "Trabi-Safari" durch die Stadt begeben. (Foto: Egbert Kamprath)

Auch Ronny Beier hatte davon gehört. "Ich finde es gut. Da kann jeder der früher einen Trabi gefahren hat, dieses Gefühl noch mal genießen", sagt der heute 23-Jährige. Er besitzt selbst zwei Rennpappen und ist seit seiner frühesten Jugend ein leidenschaftlicher Liebhaber des Volksautos der DDR. Seinen ersten Zweitakter, einen 601er, Baujahr 1981, hat er als 14-Jähriger von seiner Tante zur Konfirmation geschenkt bekommen. Dieser fuhr zwar noch, doch Ronny Beier wollte daraus ein Schmuckstück machen.

Deshalb fuhr er den Trabant in die Garage und nahm ihn bis auf die Karosserie auseinander. Vier Jahre schraubte er daran herum und steckte das Geld, das er beim Zeitungsaustragen verdiente, in das Auto. Dafür wurde er von vielen ausgelacht. Doch er ließ sich nicht beirren, fand immer mehr Spaß an der Arbeit. "Ich kann alles selbst machen", sagt der Colmnitzer, der seine Leidenschaft zum Beruf machte und Kfz-Mechatroniker lernte. Nach vier Jahren konnte er sein Werk vollenden. Denn zwischenzeitlich hatte er den Führerschein erworben und konnte als 18-Jähriger auf einem Trabitreffen sein aufgemotztes Gefährt zeigen. Dass so ein junger Bursche mit so einem Auto aufkreuzt, war etwas Besonderes. Später schloss sich Ronny Beier einem Trabi-Club an - bis ihm für die Treffen die Zeit fehlte.

Inzwischen verabredet er sich mit anderen Gleichgesinnten, um gemeinsam Ausfahrten zu machen - meist im Frühling und im Herbst. Sieben bis zehn Mal pro Jahr fährt er mit diesen auch zu Trabitreffen. Urlaubsfahrten unternimmt er mit seiner Rennpappe nicht. "Da habe ich viel zu wenig Platz", sagte er und lächelt. Denn die Rückbank hat er gegen eine Musikanlage mit großen Boxen eingetauscht. Im Winter verschwindet der 601er wieder in der Garage. Dann wird sein VW, mit dem er auch zur Arbeit fährt und des er bei schlechtem Wetter nutzt, zum alleinigen fahrbaren Untersatz.

Ganz vom Trabi lassen kann er im Winter allerdings nicht. Denn das ist die Zeit der Schrauberei. Seit anderthalb Jahren steht in seiner Garage der zweite Trabi, ein 500er. Diesen baut der Colmnitzer nun auf. Doch auch hier gilt: Qualität vor Schnelligkeit. Ronny Beier möchte auch aus diesem Fahrzeug alles rausholen. Er gibt sich drei Jahre Zeit. Die Zahl der Trabis dürfte dann weiter gesunken sein.

Mit dem Trabi auf Arbeit

sz_img_30042011_2.jpg Seit 1988 fährt der Zinnwalder Otto Limberger Trabant. Seinen jetzigen Wagen hat er seit acht Jahren. Für ihn ist der Trabi ein reines Nutzfahrzeug. "Vor allem im Winter fahre ich damit jeden Tag auf Arbeit nach Börnersdorf. Da spielt es keine so große Rolle, wenn die Arbeitssachen manchmal schmutzig sind. Auch als Transportfahrzeug ist der Trabant ideal. Eine Anhängerkupplung ist dran, und ich muss mich nicht vorsehen, dass es keine Kratzer im Lack gibt. Wenn das Auto nicht mehr läuft, dient es als Ersatzteilspender für einen anderen Trabant, den ich schon in der Garge stehen habe." (Foto: Egbert Kamprath)

Mit dem Trabi groß geworden

sz_img_30042011_3.jpg Zur Frühjahrsausfahrt treffen sich an diesem Sonntagvormittag Gunnar und Torsten Geißler (v.r.) sowie die anderen Zweitakter-Freunde vom Trabant Team Freital e.V. Die grüne 601er-Limousine nennt Gunnar Geißler schon seit 1988 sein Eigen. Mehr als acht Jahre musste er damals auf diesen Trabi warten. Es ist seine zweite "Pappe". Den ersten 601er mit Baujahr 1965 hatte er vom Vater geerbt. "Meine Kinder sind mit dem Auto groß geworden", erinnert sich der 58-Järige aus Freital-Deuben. "Ob Kita, Schule oder Urlaub: Wir sind immer mit dem Trabanten gefahren, ohne eine einzige Panne." (Foto: Thorsten Eckert)

Mit dem Trabi zum Festumzug

sz_img_30042011_4.jpg Der Rabenauer Dietrich Noack hat 14 Jahre auf seinen himmelblauen Trabant gewartet. Als er ihn im September 1989 abholte, war die DDR fast schon Geschichte. Seit 1990 fährt Dietrich Noack Ford. Sein Trabi hat trotzdem überlebt. Inzwischen ist er 120.000 Kilometer gerollt und hat gerade eine frische TÜV-Plakette bekommen. Noack nimmt das Auto gern für die Fahrt zum Bäcker oder zum Baumarkt. Voriges jahr tuckerte der Wagen bei der Festparade anlässlich von 775 Jahren Rabenau mit. Hobbyhistoriker Noack schätzt den Trabi als ein Stück Vergangenheit. Ein bisschen Nostalgie ist dabei. (Foto: Thorsten Eckert)

Trabis im Landkreis zum StichtagAnzahl
31. Dezember 20011.984
31. Dezember 20021.660
31. Dezember 20031.333
31. Dezember 20041.147
31. Dezember 2005989
31. Dezember 2006878
31. Dezember 2007800
31. Dezember 2008768
31. Dezember 2009718
31. Dezember 2010685
31. März 2011673

Symbol mit Geruch und Geräusch

Auf ein Wort - über den Trabi im heutigen Straßenbild

Von Matthias Weigel

Vor 20 Jahren noch war der Trabi aus dem Straßenbild nicht wegzudenken. Doch nach der Wende verschwand das Gefährt, auf das man zu DDR-Zeiten ganze Jahrzehnte warten durfte, schnell von den Straßen. Westkarossen ersetzten die Rennpappe. Der Umwelt tat das sicher gut - und den Wunsch nach West-Standard unter den neuen Bundesbürgern Genüge.

Übrig geblieben ist vom Symbol des Ostens bei den meisten nicht viel mehr als die Erinnerung: An Geräusche und Gerüche, an Fahr-"Komfort" und Fahrspaß. Zum Glück gibt es noch ein paar Unermüdliche, die ihren Trabi hegen und pflegen und stolz durch die Gegend kutschieren - und so die Erinnerung wach halten. Auch wenn die Liebe zum Trabi heute mehr Kult ist als Ausdruck einer Kultur.

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06.04.2011 - Sächsische Zeitung

Wartburg und Trabant dürfen kein E10 tanken!

Von Andreas Rentsch

Der höhere Bioanteil im Sprit kann unbehandelte Stahlblech- und Gussteile nachhaltig schädigen. Eigentümer von Ost-Autos sollten auf keinen Fall E10 tanken, sondern Super mit nur fünfprozentigem Bioethanolanteil (E5) verwenden. Darauf weist der ADAC auf SZ-Nachfrage hin. "Wartburg und Trabant verfügen über einen einfachen, innen unbehandelten Stahlblechtank und über einen Vergaser aus Zinkdruckguss", erklärt Carsten Graf vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg am Lech. "Diese Bauteile könnten durch E10-Kraftstoff nachhaltig geschädigt werden." Gleiches treffe auch für die Kraftstoffleitung und die Dichtung des Vergasers zu. Im schlimmsten Fall könnte Kraftstoff auslaufen und sich entzünden.

Die Warnung vor dem umstrittenen Biosprit gilt im Übrigen auch für Modelle, die kurz vor und nach der Wende mit Motoren von Volkswagen aufgerüstet worden sind. Dazu zählen der Trabant 1.1 und der Wartburg 1.3. Es komme bei diesen Autos aber nicht nur auf den Motor, sondern alle Teile des Kraftstoffsystems an, so Graf. Wie beständig einzelne Teil sind, könne nur der jeweilige Fahrzeughersteller oder Zulieferer beurteilen oder bescheinigen. "In der Praxis wird es also schwer bis unmöglich sein, für alle infrage kommenden Teile eine Freigabe zu erhalten."

Verschiedene Zulieferer

Ein Beispiel: Das Wartburg-Aggregat vom Typ BM 860 wurde laut ADAC nur zum Serienbeginn im Jahre 1988 mit zum VW-Motor identischen Komponenten bestückt. Die Kraftstoffpumpe kam von der Firma Pierburg, der Vergaser von Weber. Ab etwa Anfang 1989 seien die Wartburgs dann mit Pumpen und Vergasern des VEB Berliner Vergaserwerks ausgerüstet worden, so Graf. Über die E10-Tauglichkeit all dieser Bauteile "ist nichts bekannt." Ähnlich ist die Situation beim Trabant 1.1 und dessen Motor vom Typ BM 820. Auch hier sind Kraftstoffpumpen und Vergaser von unterschiedlichen Zulieferern zum Einsatz gekommen.

Der ADAC hat sich dafür eingesetzt, dass die sogenannte Bestandsschutzsorte E5 in Deutschland weiter unbefristet erhältlich sein soll. Bislang hat das Bundesumweltministerium dies auch zugesagt.

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(Quellen: Veröffentlichungen in Presse und Medien. Achtung! Alle Angaben sind ohne Gewähr! Für Fehler und den aus deren Nutzung resultierenden Schäden übernehmen wir keine Haftung. Die kommerzielle Nutzung ist ausdrücklich untersagt.)


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